Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften 20
Saisonhöhepunkt und Karriereende
Vom 30. Juni bis zum 5. Juli fanden für Johannes und mich, Jan Torge, zum zweiten Mal die Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften der 420er-Klasse, diesmal im SVG am Steinhuder Meer statt. Wir reisten bereits die Woche zuvor an, um an der Ankerlaterne, einer Auftakt- und Proberegatta teilzunehmen und die restliche Zeit zu trainieren.
Bei der Ankerlaterne hatten wir am ersten Tag 6. Beaufort und am zweiten Tag sogar 8 Beaufort Wind. Mit unseren 150 kg Crewgewicht konnten wir am ersten Tag prima segeln und wären auch aufs Podium gefahren, hätten wir nicht ein paar gewichtige Fehler gemacht.
Am nächsten Tag war zu viel Wind und die Regattaleitung beschloss, im Hafen zu bleiben da die Gefahr für die Teilnehmer und das Material zu groß war. Wir schlossen mit einem akzeptablen 7. Platz ab, was unter 28 Teilnehmern ein für uns recht gutes Ergebnis bedeutete.
Dennoch reizten mich die Bedingungen so dermaßen, dass mein Trainer und ich uns unsere Jolle nahmen und bei den 32 Knoten einmal richtig hacken gehen wollten. Wir sammelten uns gebrauchtes Material zusammen, um das es nicht so schade gewesen wäre, wenn Schäden entstanden wären und dann ging es auch schon los.
Die Bedingungen waren extrem. Für die Motorbootbegleitung war es zwar ein großer Spaß uns beim Ballern zuzuschauen, aber für uns kam es einem echten Kampf gleich ;-) Bis uns das Ruder brach …
Offensichtlich hatte das Ruder durch Vorschäden Wasser gezogen und war instabil geworden, sodass das es erst blockierte, wir dadurch kenterten und anschließend abbrach. Dennoch konnten alle immer noch lachen, denn im gesamten Steinhuder Meer kann man stehen und es war wirklich ein großer Spaß, denn mit einem Ruderbruch hatten wir nun alle nicht gerechnet – es ist ja erst gut ein Jahr im Gebrauch.
In der folgenden Woche sollte das Vorbereitungstraining zur Meisterschaft stattfinden, wo wir zunächst mit einem geliehenen Ersatzruderblatt teilnehmen konnten. Aber bereits am Dienstag traf das neue Ruderblatt ein und wurde angebaut. Leider erfüllte sich die Wetterprognose, dass kein Wind kommen sollte, sehr genau. Wir verbrachten daher viel Zeit damit, unsere Boote zu checken, zu pflegen und zu kontrollieren, unsere Fitness zu verbessern und Wasserhandball gegen den Berliner Kader zu spielen, anstatt zu segeln.
Die Vermessung und Anmeldung verlief in diesem Jahr ohne Probleme und zusätzlich ließen wir unseren 420er wiegen, um möglicherweise die 0,6kg Strafgewicht entfernen zu können. Dabei bestätigte sich, dass das Strafgewicht inzwischen entbehrlich geworden ist. Am Sonntag ging es dann noch zum Practice Race, einem Test der Regattaleitung um zu überprüfen, ob wirklich alles wie geplant klappt. Hier wird in der 420er-Klasse immer sehr locker mit den Wettfahrtregeln umgegangen, so dass keine auswertbare Wettfahrt zustande kam. Hier steht der Spaß eindeutig im Vordergrund.
Abends fand noch die Eröffnung mit einem wirklich erstklassigen Büffet statt und die Stimmung war wirklich nett.
Am nächsten Tag begann der Ernst der Meisterschaft: Okay, ehrlich gestanden nicht, denn der See ruhte spiegelglatt und selbst die Regattaleitung sah ein, dass ein Startversuch sinnlos sei, sodass wir sechs Stunden an Land warteten. Doch dann wurden wir erlöst und durften endlich unsere Boote abbauen und zu unserer Unterkunft zurückkehren. Da wir mit unserem Kadertrainer bei der gleichen Familie wohnten, konnte er uns kontrollieren und so hieß es um 23.00 Uhr Bettruhe, was wirklich nicht schön ist, wenn man mit so vielen Chaoten (sechs Segler des Niedersachsenkaders) zusammen wohnt und folglich viel Blödsinn macht. ;-)
Naja, am zweiten Tag und auch an den folgenden Tagen konnte dann doch gesegelt werden. So fuhren wir am Dienstag vier Wettfahrten und am Mittwoch lediglich zwei. Der Wind spielte nicht richtig mit. Für einige Teams bedeutete das perfekte Bedingungen, doch für uns mit den bereits erwähnten 150kg Crewgewicht, war das nicht sonderlich feierlich, da der Wind gefühlt gegen Null ging …
Entsprechend waren unsere Ergebnisse. Auch wenn immer wieder ein paar gute Ergebnisse dabei waren, so war das Gesamtresultat doch schlechter als wir uns gewünscht hatten. Am Donnerstag bei der Aufteilung des Regattafeldes in die Goldfleet und die Silverfleet landeten wir daher in der Silverfleet. Hier segelten wir auch noch 6 Wettfahrten und für uns lief es besser: Wir schlossen als insgesamt 7. Von 50 Teilnehmern im Silberfleet ab, was eine akzeptable Leistung ist.
Wir hätten gerne ein Ergebnis ersegelt, auf das wir stolz gewesen wären, da dies das letzte Mal war, dass Johannes, der Steuermann, mit mir 420er segelte. Er wird an einem Auslandsjahr in Amerika teilnehmen und hat folglich keine Möglichkeit mehr, mit mir zu segeln.
Aber ich werde weiterhin am Ball bleiben: Es hat sich eine vielversprechende Teamkooperation zwischen dem NRV und BWV „HANSA“ ergeben, sodass ich die nächste Saison und wahrscheinlich auch noch länger mit Maurice Oster segeln werde was für alle Beteiligen hoffentlich der Glücksgriff wird, nach dem es momentan ausschaut.
Abschließend gibt es noch eine ganze Reihe von Menschen, denen ich danken muss! Zu aller erst unser Trainer Andreas Ebel, für eine wirklich schöne Zeit und ein unvergesslicher Tag auf dem Wasser bei 32 Knoten ;-). Dann natürlich der SVG für eine wirklich schöne Deutsche Meisterschaft mit ein bisschen wenig Wind aber netten Teilnehmern und guter Organisation. Besonderen Dank gebührt der Familie Spohr, weil wir dort gut 2 Wochen wohnen und ihnen zur Last fallen durften! Es war wirklich eine schöne Zeit und wir hoffen, dass wir nicht allzu sehr gestört haben.
Ganz unerwähnt sollen der Verein BWV „HANSA“ und unsere Eltern auch nicht bleiben, für den grenzenlosen Rückhalt und Support, sowie die Finanzierung unseres sicherlich nicht billigen Hobbies! Herzlichen Dank an dieser Stelle!
Aber auch Johannes möchte ich danken: Wir haben 7 Jahre unseres Lebens, in drei verschiedenen Bootsklassen gemeinsam verbracht. Auch wenn es manchmal nicht einfach war, so hat es mir persönlich doch eine Menge Spaß gemacht und wir haben so viele unvergessliche Dinge zusammen erlebt. Viel Spaß auf Deinem Wege in den USA und: wir segeln sicher nochmal zusammen ;-)
Jan Torge Fahl